Über 85 Jahre Krefelder Bau-GmbH

Am 19.01.1924 wurde erstmalig im Handelsregister von Essen die "Ziegelei und Baggerei GmbH, Krefeld" eingetragen, aus ihr ging letztendlich die Krefelder Bau-GmbH hervor. Sie besteht also mehr als 90 Jahre.

Der Gesellschaftzweck war der Erwerb von Grundstücken, die Herstellung und der Vertrieb von Zementwaren, Ziegelsteinen, sonstigen Baumaterialien und die Verwertung des abgeziegelten bzw. des ausgebaggerten Geländes. Mit diesem Gelände war ein Grundstück der Gesellschaft an der Hückelsmay gemeint.

Im Jahre 1926 nahm die Gesellschaft ihre Tätigkeit auf, in dem das Gelände der Ziegelei Hückelsmay entsandet wurde, d.h. der unter der Lehmschicht in einer Mächtigkeit von 10 - 12  m anstehende Sand wurde an die Bauwirtschaft verkauft.

Diese Arbeiten führten zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Stadtwerken Krefeld, die hierdurch eine Gefährdung der in der Nähe verlaufenen Brunnenanlage für ihr Wasserwerk an der Gladbacher Straße erkannten. Die Stadtwerke hatten sich jedoch kein Wasserrecht einräumen lassen, so dass sie sich gerichtlich gegen die "Ziegelei und Baggerei GmbH" nicht durchsetzten konnten.

Daraufhin wurde die Stadt Krefeld selbst tätig, in dem sie sämtliche Geschäftsteile der Gesellschaft im Winter 1928/1929 in ihre Hand brachte, den als Vorstand der Gesellschaft bestellten Liegenschaftsdirektor Spelten abrief und durch die beiden städtischen Beamten, Stadtbauoberinspektor von Scheven und Direktor Wiemeyer ersetzte und den Grundstücksanteil, von dem eine Gefährdung des Grundwassers ausging, für 40.000 Reichsmark an die Stadtwerke übergab.

Durch Eintragung in das Handelsregister am 19. 4. 1938 wurde der Gesellschaftszweck des Unternehmens um den Bau, die Verwaltung und die Veräußerung von Wohn- und Geschäftshäusern erweitert und sie wurde umbenannt in "Krefelder Ziegelei und Baugesellschaft mbH Krefeld". Zugleich mit der Bestellung der Geschäftsführer Gustav von Scheven und August Wiemeyer wurde die Verwaltungsgemeinschaft mit der "Linner Aktienbaugesellschaft ", der heutigen Wohnstätte Krefeld, Wohnungs-Aktiengesellschaft aufgenommen, die bis heute noch besteht.

Zum 19. 4 .1938 betrug das Stammkapital der Gesellschaft 50.000 Reichsmark, sämtliche Geschäftsteile waren im Eigentum der Stadt Krefeld.

Die finanzielle Lage der Gesellschaft war offensichtlich stets sehr angespannt, so dass die Verwaltung der Stadt Krefeld des Öfteren gewillt war, die Gesellschaft zu liquidieren, sobald sie irgendeine ihrer Teilaufgaben gelöst hatte. Dazu kam es jedoch nicht, da immer wieder rechtzeitig neue Bauaufgaben anstanden. Die Ausweitung des Gesellschaftzweckes auf den Bau, die Verwaltung und die Veräußerung von Wohn- und Geschäftshäusern im Jahre 1938 ermöglichte es z.B., das Unternehmen mit dem Bau von Wohnhausbauten der "Linner Aktienbaugesellschaft" zu betrauen. Sie errichtete die Unteroffizierswohnungen Hülser- / Inrather Straße und die Offizierswohnungen Neuer Weg und von Steuben Straße für das damals in Krefeld liegende Regiment A6.

Ab 1939 wurde die Errichtung einer neuen Ziegelei auf einem städtischen Gelände im Latumer Bruch erwogen. Der vorhandene Boden war ausgezeichnet und hätte eine etwa 30-jährige Ausbeute mit einer jährlichen Erzeugung von 10-12 Millionen Ziegelsteinen zugelassen. Es wurde sogar der Bau eines weiteren Hafenbeckens diskutiert.

Anfang 1940 lagen baureife Pläne für die neue Ziegelei vor, jedoch konnte sich die Regierung Düsseldorf, als zuständige Behörde, während der Kriegszeit nicht zur Erteilung der Baugenehmigung entschließen. Alle Bemühungen blieben erfolglos und wurden abgebrochen, als alle Unterlagen, Gutachten und Pläne durch die Zerstörung des Geschäftshauses am 22. Juni 1943 vernichtet wurden.

An diesem Tag wurden in Krefeld rund 18.000 Wohnungen zerstört. Die daraus resultierende Trümmermenge wurde mit 2,5 Mio. Kubikmeter einigermaßen richtig geschätzt. Die "Krefelder Ziegelei und Baugesellschaft mbH" wurde beauftragt, dieses Trümmergut zu Splitt zu brechen und den entstandenen Rohstoff für das Pressen von Blocksteinen zu nutzen.

Dies wurde umgesetzt und mit den gelieferten Splitt- und Steinmengen konnte die Wohnstätte Krefeld z.B. rund 2.730 Wohnungen in mehrgeschossigen Häusern und 736 Eigenheime und Kleinsiedlungen bauen. Zeitweise wurde auch der anfallende rötliche Feinsand für den Außenputz der Neubauten verwand. Der Trümmersplitt wurde teilweise auch an Fremde abgegeben.

In seiner Sitzung im Herbst 1959 hat der Rat der Stadt Krefeld beschlossen, auf Grund der Tatsache, dass das Geschäftsfeld "Ziegelei" kurzfristig entfallen sollte, die "Krefelder Ziegelei und Baugesellschaft mbH" in "Krefelder Baugesellschaft mbH" umzubenennen, den Aufsichtsrat auf 7 Mitglieder zu erhöhen und die Gesellschaft mit der Durchführung der Maßnahme "Geschäftszentrum Flugplatz" zu beauftragen.

Die Arbeiten der Trümmeraufbereitungsanlage und des Steinwerks sollten als Folge der nachlassenden Zufuhr von Trümmerschutt zeitnah eingestellt werden. Dies geschah und letztendlich wurde im Mai 1967 beschlossen, die Ziegelei Hückelsmay abzubrechen.

Der Gesellschaftszweck der Krefelder Bau-GmbH in ihrer heutigen Form ist der Erwerb, die Veräußerung und die Verwaltung von Grundstücken sowie die Herstellung von Wohn-, Geschäfts- und sonstigen Bauten und die Betreuung solcher Vorhaben.

Die Gesellschaft ist zur Erreichung ihres Zweckes berechtigt, sich an Unternehmen ähnlicher Art zu beteiligen oder solche zu erwerben.

Das Stammkapital beträgt 5,12 Mio. Euro

Alleingesellschafterin ist die Stadt Krefeld.

Der Aufsichtsrat besteht aus 9 von der Versammlung der Gesellschaft zu wählenden Mitgliedern. Die Aufsichtsratvorsitzende ist Ratsfrau Stefanie Neukirchner.

Zum Geschäftsführer der Gesellschaft wurde Herr Herr Dipl. Betriebswirt Thomas Siegert bestellt.

Die Krefelder Bau-GmbH wird auch weiterhin in Personalunion mit der Wohnstätte Krefeld, Wohnungs-Aktiengesellschaft geführt.

Sie ist Alleingesellschafterin der Verwaltungsgesellschaft Gut Schirmau mbH.

Die Tätigkeiten des Unternehmens waren in den letzten Jahren und sind zurzeit äußerst vielfältig.

Beispielhaft soll Folgendes genannt werden:

  • Die Entwicklung des Bebauungsplanes Nr. 637 A / Schicksbaum (ca. 650 Einfamilienhäuser und ca. 300 Geschosswohnungen)
  • Generalübernehmerfunktion bei der Einrichtung des Arbeitsamtes Krefeld und des Straßenbauamtes an der Hansastraße
  • Errichtung der Südtribüne in der Rheinlandhalle und Vermietung an die Stadt Krefeld
  • Neubau der Nord- und Osttribüne, Ausbau der Südtribüne der Grotenburgkampfbahn
  • Baubetreuung bei der Errichtung verschiedener Altenheime für den Caritas Verband, zuletzt das Marienheim am Johannesplatz und für die Stadt Krefeld, z.B. das Altenheim Hüls
  • Baubetreuung bei der Errichtung verschiedener Kindergärten, so z.B. Felbelstraße und Bacherhofstraße
  • Baubetreuung des Blindenfürsorgevereines bei der Errichtung eines Mehrfamilienhauses
  • Baubetreuung bei der Errichtung des Begegnungszentrums des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes am Wiedenhofplatz
  • Errichtung des Parkhauses Hansastraße
  • Durchführung des Architektenwettbewerbs "Fuhrpark" an der Mevissenstraße
  • Realisierung der Ostwallpassage und der Werkkunstschule

Diese Liste ist nicht vollständig.

Darüber hinaus verwaltet die Krefelder Bau-GmbH 46 Wohnungseigentümerschaften.

Seit ihrer Gründung, bis zum heutigen Tage wird die Krefelder Bau-GmbH von ihrer Alleingesellschafterin, der Stadt Krefeld, zur Betreuung und zur Durchführung kommunalpolitisch wichtiger, städtebaulich notwendiger Vorhaben genutzt.  
 

Kontakt

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Petersstraße 121
47798 Krefeld

Telefon: (0 21 51) 63 27 -0
Telefax: (0 21 51) 63 27 -390

 

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